Copyright © 2002 Gerald Lehr

 

Baudokumentation Bücker Jungmann
von Carl Goldberg

 

Seite 12

 

 

Dieses Bild zeigt mich nach meinem Erstflug. Die ersten beiden Erstflüge hat Frank gemacht. Leider habe ich keine Bilder dazu, da ich neben Frank stand und nur gezittert habe ob meine Bücker auch fliegt. Der erste Erstflug war nicht so gut, da ich den Bauplan nicht richtig gelesen hatte und die EWD nicht in Ordnung war. Beim zweiten Erstflug hat dann alles gestimmt. Sie fliegt oberaffentittengeil!!! Nichtsdestoweniger sagte Frank zu mir, nachdem ich endlich selber an den Knüppeln war, daß ich doch endlich mit dem Zittern aufhören sollte, ich würde doch gut fliegen. Auf jeden Fall waren für mich nach der Landung erst einmal ein paar Zigaretten angesagt, um wieder zur Ruhe zu kommen.
Nach dem dritten Flug bin ich dann gelandet und mußte zu meinem Entsetzen feststellen, daß eine Höhenruderanlenkung gebrochen war. Zum Glück sind zwei Servos für´s Höhenruder eingebaut und es ist nichts passiert.
Das nächste was ich ändere, sind die Anlenkungen und die Motoraufhängung. Die Schwingummis sind schon bestellt und die Anlenkungen wurden alle verstärkt.
Drückt mir die Daumen für ein langes Modelleben.

Demnächst werden hier Bilder im Flug zu sehen sein. Wenn ich mich denn mal traue einen wirklich schönen tiefen Überflug zu machen :-))



22. Oktober 2001

 

So, die Saison geht langsam zu Ende. An dieser Stelle beriberichte ich nochmal über einige Erfahrungen mit der Bücker.
Bilder im Überflug habe ich immer noch keine, aber dafür eine Riesenstory, was seit dem Erstflug alles passiert ist.

Wie schon beschrieben hatte ich einige Probleme mit diesem Flieger. Hier die chronologische Reihenfolge:

 

  1. Fertigstellung der Bücker im Februar und anschließender Erstflug im März. Feststellung einer falschen EWD.
  2. Ändern der EWD und zweiter Erstflug im April. Bücker fliegt gut, um nicht zu sagen sehr gut.
  3. Nach dem dritten Flug festgestellt, daß ein Gabelkopf der Höhenruderanlenkung abvibriert war (rechts).
  4. Reparatur der Anlenkung und nächster Flug. Nach Landung großes Erschrecken. Gabelkopf der linken Höhenruderanlenkung war abvibriert.
  5. Der nächste Schritt war die Fahrt zum Händler meines Vertrauens und das Ersetzen aller Gabelköpfe und Löthülsen durch solche mit größerem Durchmesser. Auch die Stahldrähte wurden durch solche mit größerem Durchmesser ersetzt. Gleichzeitig wurden Schwingummis eingebaut um den Motor vom Flieger zu entkoppeln.
  6. Inzwischen war es Juni, da ich immer auf meinen Testpiloten Frank angewiesen war. Nach solchen Änderungen fehlte mir der Mut, das Teil alleine in die Luft zu bringen.
  7. Nun ist es Ende August und Frank hat endlich wieder Zeit für mich. Ich packe den Flieger ins Auto, fahre auf den Platz (Frank wartet schon) und baue alles zusammen.
    Zur Sicherheit noch kurz ans Ladegerät und los kanns gehen. So dachte ich....
  8. Einschalten des Senders, einschalten der Bücker.... Nichts geht! O.k. noch mal probieren. Immer noch nichts. Nach dem dritten Mal einschalten höre ich auf einmal Frank schreien: "Schalt die Kiste aus, da qualmt´s. Ich schaue auf meine Bücker und gleich entsetzt wieder weg. Dicke weiße Qualmwolken entströmen dem Rumpf. So schnell wie möglich alles ausschalten und danach die Flächen wegbauen.
  9. Es stinkt aus dem Rumpf nach verschmorter Elektronik und Kabeln. Ich bin total deprimiert.
    Nach dem Reinschauen, das große Entsetzen. Die Kabel von der Batterie, über den Schalter bis zum Empfänger sind total zusammengeschmolzen. Shit happens, aber warum bei mir...
  10. Also wieder einmal zum Händler. Neuer Schalter, neuer Akku, neue Stecker. Empfänger zur Sicherheit an Multiplex zur Überprüfung (ohne Schaden, aber Geld hats gekostet).
  11. Alles eingebaut und auf Frank gewartet. Anfang September hat er Zeit. Prima. Am Tag vorher Flieger laden, Sender laden und dann voller Erwartung ins Bett.
    Sonntag am Platz: Flieger aus dem Auto, nicht aufbauen, sondern erstmal alles anstecken und ausprobieren (komischerweise hat nach der Reparatur zuhause alles funktioniert), und wieder erschrecken. Sender ein, Flieger ein, vorsichtshalber einen Finger am Akkukabel. Sch..., das Kabel wird heiß, nichts geht.
  12. Tja denke ich in meinem elektronischen Unverstand, jetzt ziehe ich erst mal die beiden Stecker vom Querruder ab und probiere noch mal.
    Und siehe da alles geht. Super denke ich, Fehler gefunden. Nur zum testen noch mal die Querruder angesteckt.
  13. Es geht immer noch alles... ???
  14. Was nun ? An allen Kabeln wackeln, reißen, beschwören usw., der Fehler läßt sich nicht reproduzieren. Ich denke ich werde wahnsinnig. Fliegen is nich, wer weiß was dann passiert.
  15. Nach längerer Diskussion am Platz, keiner weiß woher der Fehler kommt, nur der Vorschlag: Alle Kabel ersetzen und nochmal probieren.
  16. Also wieder einmal zum Händler meines Vertrauens, neue Stecker und neue Kabel kaufen.
  17. Zuhause dann die Drecksarbeit, die ich eigentlich gar nicht so mag: Löten. Aber was nimmt man nicht alles in Kauf. Dann beim Ziehen der Querruderkabel aus der Fläche ein Aha-Erlebnis.
    Das Kabel zum rechten Querruderservo, eigentlich lose gedrillt, war irgendwie leicht verschmolzen.
  18. Ich hatte die Kabel mit Heißkleber an den Spanten befestigt. Eine Beschädigung habe ich zwar nicht gesehen, aber vielleicht war das ja die Ursache.
    Nach Austausch aller Kabel und Stecker ein vorsichtiger Versuch zu Hause.
  19. Alles geht, nichts wird warm.
  20. Nun ist es Anfang Oktober. Frank hat Zeit, ich auch. Wir treffen uns auf dem Platz. Flieger aufgebaut, eingeschaltet und alles geht.
    Also denke ich, Motor anwerfen und Frank fliegen lassen.So weit so gut.
    Motor läuft kurz, geht wieder aus. Noch mal probieren. Nichts geht (diesmal aber nur am Motor).
    Aha, Glühkerze hat den Geist aufgegeben. Ich habe natürlich keinen Ersatz dabei, aber Gottseidank Frank.
    Neue Kerze rein, Motor anlassen, läuft, auf Startbahn, Gas rein, beschleunigen, abheben, fliegt !!!
  21. Ein Wunder ist geschehen !!!
  22. Nach der Landung alles kontrolliert - alles in Ordnung. Frank gibt mir den Sender und meint ganz cool: Jetzt bist Du dran.
  23. Mit sehr weichen und zitternden Knie ab in die Luft. Immer der Gedanke im Hinterkopf: Was geht jetzt noch schief.
    Nichts passiert, die Bücker fliegt wunderbar, mein Kniezittern läßt langsam nach.
    Nach 5 minuten gelandet, alles kontrolliert und nichts kaputt - jetzt erst mal ne Zigarette.
  24. Bis jetzt ca. 10 mal geflogen, alles funktioniert. Das einzigste Ärgernis ist noch der Motor, der noch ein bischen dummtut. Nachdem ein Kollege diesen aber noch richtig eingestellt hat funktoniert er nun auch zufriedenstellend.
  25. Die nächste Saison kann kommen !!


 

Die nächste Saison ist da, und sie fliegt wunderbar.
Und das immer besser und schöner.

Kleine Anmerkung am Rande: Der Motor läuft jetzt mit einem Sprit ohne Nitromethan. Anstandslos. Mit Nitro hat er nur Ärger gemacht.



 

Demnächst noch mehr Bilder, mit einem besseren Zoomfaktor.



To be continued ...



 

 

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